Nur nicht gleich zahlen! Mittwochvormittag kommt der Postbote und legt die Briefe auf den Ladentisch. Ein Brief aus Kassel erregt meine Aufmerksamkeit. > Regierungspräsidium Kassel < Aha, der Staat braucht Geld. Die Gesetze besagen, man soll sich korrekt und im Sinne der Vorschriften bewegen. Bei dieser Dienststelle werden hauptsächlich Vergehen im (Straßen-) Verkehr geahndet. Was habe ich also wieder verbrochen? Habe ich? Und überhaupt und – wer beweist mir das?  Zur Sicherung der Bürger vor Übergriffen hat der Gesetzgeber eine sinnvolle Vorschrift erlassen, an die sich alle Dienststellen halten sollen.  Leider setzen die sich fast so oft darüber hinweg wie die Lenker der Kraftfahrzeuge, die sich was haben zuschulden kommen lassen. Diese Vorschrift sagt: „Die Anzeigen müssen beglaubigt sein. Von einem zweiten Beamten oder von einer technischen Einrichtung: Blitzgerät, Kamera etc. Ich lese Anklage durch: Sie werden beschuldigt am soundsovielten um X Uhr mit dem Handy am Ohr, beim Fahren eines Kraftfahrzeuges, telefoniert zu haben. Auf diesen Vordrucken gibt es ein Feld <Beweismittel / Zeuge>. Da muss was stehen. Tat es aber hier nicht. Aha, ein übereifriger Beamter hat was gesehen.  Wer noch?  Keiner!   Hier wurde ganz klar gegen geltende Vorschriften verstoßen. Ohne Zeugen (siehe oben) darf kein „Anhörungsformular“ verschickt werden.  Als ich die Sachbearbeiterin darauf hinwies war ihre Antwort: „Werfen Sie´s in den Papierkorb, ich habe es hier gelöscht.“ In diesem Fall hatte ich dreißig Euro gespart.
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